American Teen (USA 2008)
Regisseurin: Nanette Burstein
Filmkritik von Mike Caccioppoli
Eine Kurzbeschreibung von Nanette Bursteins neuem Dokumentarfilm „American Teen“ könnte Ihnen die falsche Vorstellung geben, dass er nichts weiter darstellt als die Kinoversion einer Realityshow. Der Film begleitet mehrere Teenager, die sich in ihrem Abschlussjahr an einer Highschool in Warsaw, Indiana befinden.
Sie passen tatsächlich auf die Rollenklischees, die wir bereits in anderen Dokumentationen und Spielfilmen wie „Fast Times at Ridgemont High“ gesehen haben. Da gibt es den Streber, die Sportskanone, die Schönheitskönigin und so weiter. Burstein gelingt es einen engen privaten Kontakt mit allen über den Zeitraum von beinahe einem Jahr aufzubauen, indem sie ihnen auf Schritt und Tritt gefolgt ist. Als sie sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten und auf das große Unbekannte, das wir das Leben nennen, passiert nichts Weltbewegendes oder besonders Unerwartetes, außer einer sehr wichtigen Sache – wir fangen tatsächlich an uns um diese Jugendlichen zu kümmern, wir haben sie gern und wünschen uns, dass sie Erfolg haben. Wir sehen uns selbst in ihnen und umgekehrt.
Weil Burstein es schafft auf intime Weise eine Verbindung zu ihrer Themenwelt herzustellen, werden die besagten Rollenklischees sowohl aufrechterhalten als auch zerschlagen. Jeder dieser Jugendlichen mag ein Klischeetyp sein und doch sind sie so viel mehr. Ihre Hoffnungen und Wünsche, die von Burstein durch den Einsatz von Zeichentricksequenzen lebhaft ausgeschmückt werden, waren vielleicht einmal unsere eigenen oder sind es immer noch.
Am Schluss von „American Teen“ würde es uns eigentlich nicht stören, wenn wir mehr Zeit mit diesen Personen verbringen könnten. Wann war es das letzte Mal, dass sie so etwas über Teenager sagen konnten?
Lesen sie Prost Amerikas Interview mit Regisseurin Nanette Burstein.
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Filmkritik von Widar Wendt
Stellen Sie sich eine Gruppe Bootsleute – illegale asiatische Einwanderer – vor, die halbnackt irgendwo an der Kalifornischen Küste stranden. Dies ist das Bild, das Charlie (Michael Douglas) nicht aus dem Kopf geht, nachdem er die Nervenheilanstalt zum ersten Mal seit zwei Jahren verlassen hat. Fügen Sie nun die Suche nach einem verlorenen Schatz und ein nächtliches Abenteuer in einem Costco Supermarkt dazu und Sie haben eine der besten Komödien des letzten Jahres, genannt ‚King of California’.
Miranda (Evan Rachel Wood), ein 16-jähriger emanzipierter Teenager, hat sich daran gewöhnt alleine zu Hause zu leben. Nachdem ihr Vater weggebracht wurde, ließ sie die Schule sausen, besorgte sich einen alten Wagen und fing an in einem Fastfoodrestaurant zu arbeiten. Es war kein perfektes Leben, jedoch eines, das nur ihren eigenen Regeln folgte. Als Charlie halbwegs geistig geheilt zurückkommt, organisiert er im Haus alles anders und treibt seine Tochter mit seinen verrückten Fantasien beinahe in den Wahnsinn. Das einzige, worum sich Charlie kümmert, ist die Suche nach einem alten Schatz – spanischem Gold, das irgendwo in den Kleinstädten von Kalifornien vergraben liegt.
Hier beginnt das Abenteuer. Nachdem sie zunächst über Charlies Pläne wütend ist, erkennt Miranda, dass ihr Vater sich an irgendetwas klammern muss, auch wenn es eine zeitverschwenderische, hoffnungslose Schatzsuche ist. Auf der gemeinsamen Suche nach dem verschwundenen Gold bestimmen Vater und Tochter ihre Beziehung neu. Mistrauen und Frustration verblassen, während die Schatzsuche zu einem örtlichen Costco Supermarkt und einem überraschenden Ende führt.
Um es kurz zu fassen: ‚King of California’ handelt vom Erwachsenwerden in der modernen amerikanischen Familie. Mag man auch kritisieren, dass dieses Leitmotiv in aktuellen Independentproduktionen zu oft behandelt wird, so wird der Film doch einzigartig durch die Art und Weise, wie Drehbuchautor und Regisseur Mike Cahill das Thema präsentiert. Indem es in eine leicht naive und verspielte Abenteuergeschichte verpackt wird, mit einer fantastischen Evan Rachel Wood und Michael Douglas in einer seiner besten Rollen, gelingt es ‚King of California’, das Publikum an der Geschichte teilhaben zu lassen und diesem verrückten Paar auf ihrer Reise zu folgen.
Cahills Film ist charmant, schlicht und sehr ehrlich. Der Kreislauf des Lebens schließt sich in dieser nachdenklichen, aber zu keinem Zeitpunkt sentimentalen Dramödie und Träume werden tatsächlich wahr. Während wir nicht herausfinden werden, ob sie wirklich das spanische Gold finden, sehen wir eine Gruppe asiatischer Bootsleute an der Küste stranden.
Ich persönlich kann es nicht erwarten, Cahills nächsten Film zu sehen.
Michael Douglas: Charlie
Evan Rachel Wood: Miranda
Willis Burks II: Pepper
Laura Kachergus: Rita
Paul Lieber: Doug
Kathleen Wilhoite: Kelly
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Simpsons - Der Film (USA 2007)
Regisseur: David Silverman
Originaltitel: Simpsons - The Movie
Endlich kommt die erfolgreichste Zeichentrickserie auf die große Leinwand. Das Ergebnis ist nicht spektakulär, aber es sind immer noch die Simpsons. Abgesehen davon, dass manchmal die Themen unserer Zeit wie globale Erwärmung und Überwachung angesprochen werden, kommt man nicht umhin zu sagen, dass der Film lediglich ein Vehikel für Homers Dummheit ist. Der tollpatschige, selbstsüchtige Schwachkopf wurde im Verlauf der Serie immer dümmer und dümmer und “Simpsons - Der Film” dreht sich mehr um ihn, als es die Meisten wohl erwartet hatten. Dazu kommt noch, daß jeder noch so marginale Charakter der Fernsehserie einen kleinen Auftritt bekommt - mit dem Ergebnis, dass sich die Figuren Bart, Lisa, Marge, Ned Flanders, Moe, Milhouse oder Officer Wiggum kaum hervorheben können. Die Zuschauer, deren Lieblingscharakter nicht Homer ist, werden ein wenig enttäuscht sein.
Die Geschichte beginnt damit, dass Homer Springfield Lake vergiftet, indem er über mehrere Wochen angesammelten Schweinemist darin ablädt. (Ohne ersichtlichen Grund hat Homer ein Schwein adoptiert und arbeitet daran, es zu domestizieren.) Die Behörden sind entsetzt und verhängen eine Quarantäne über Springfield.
Der Rest des Films ist klassisches Simpsons-Material, obwohl manche Kritiker sagen, dass der Film eher wie aus drei inhaltlich lose verbundenen Episoden zusammengeschustert wirkt und nicht wie ein ‘richtiger’ Kinofilm. Und es stimmt, an den fantastischen South Park Film kommt “The Simpsons” nicht heran. Aber wir wissen, dass ihr euch alle diesen Film ansehen werdet, egal was ‘Prost Amerika’ sagt - und das solltet ihr auch!
Dan Castellaneta: Homer / Itchy / Barney / Grampa / Stage Manager / Krusty the Clown / Mayor Quimby
Julie Kavner: Marge
Nancy Cartwright: Bart / Maggie / Ralph / Nelson / Todd Flanders
Yeardley Smith: Lisa
Hank Azaria: Professor Frink / Comic Book Guy / Moe / Chief Wiggum / Lou / Carl / Cletus / Bumblebee Man
Harry Shearer: Scratchy / Mr. Burns / Rev. Lovejoy / Ned Flanders / Lenny / Skull / Präsident Arnold Schwarzenegger / Kent Brockman / Principal Skinner / Dr. Hibbert / Smithers
Pamela Hayden: Milhouse / Rod Flanders
Tress MacNeille: Colin / Mrs. Skinner / Nelson's Mother / Homers Schwein / G.P.S. Woman / Cookie Kwan / Lindsey Naegle
Albert Brooks: Russ Cargill
Marcia Wallace: Mrs. Krabappel (Stimme)
Russi Taylor: Martin (Stimme)
Maggie Roswell: Helen Lovejoy
Billie Joe Armstrong: Selbst
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Das Interview (USA 2007)
Regisseur: Steve Buscemi
Originaltitel: Interview
 Sienna Miller
Dies ist eine Neuverfilmung eines Filmes aus dem Jahr 2003 des niederländischen Regisseurs Theo van Gogh. Van Gogh und Mitautorin Ayaan Hirsi Ali hatten zuvor eine Dokumentation über die Zwangslage der Frauen in islamischen Ländern gedreht: „Unterwerfung Teil 1“. Daraufhin erhielt van Gogh Todesdrohungen, ebenso Ayaan, aber während sie Polizeischutz akzeptierte, wies er diesen zurück. Er wurde durch einen islamistischen Extremisten im November 2004 in Amsterdam auf der Straße ermordet. Der Mord schockierte die normalerweise toleranten Niederlande und führte zu einer Infragestellung ihrer liberalen Einwanderungsbestimmungen. Van Gogh hatte geplant, seine Filme in den USA nachzudrehen und „Interview“ ist der erste einer entsprechenden Trilogie.
Buscemi ist der Regisseur des Films und Koautor, spielt aber auch als Pierre Peders einen politischen Journalisten, der zu einem Paparazzi heruntergekommen ist. Er wird kurzfristig damit beauftragt, die Seifenoperdarstellerin Katya ( Sienna Miller ) zu interviewen. Das Interview ist ein Desaster, aber eine Reihe von Zufällen bringt die beiden wieder zusammen. Eine spielerische Auseinandersetzung in Form von sprachlicher Verführung beginnt und die meisten Aktionen werden in ihrem Dachgeschoss-Apartment ausgetragen. Die Filmstory basiert schwerpunktmäßig auf den Dialogen, aber Buscemi und Miller kommen nicht richtig zusammen, wenngleich das überraschende Ende der Geschichte vom Hauptdarsteller relativ gut gemeistert wird. Der Mangel an deutlicher, bildhafter Chemie zwischen den beiden bremst den Filmverlauf durchgängig und Katyas plötzliche Wandlungen zwischen einem törichten Partygirl und einer rätselhaft philosophierenden Denkerin provozieren ständige Zweifel.
Wie auch immer, der Film ist für einen Unterhaltungsfilm kurz und wenn Ihnen die Geduld oder die Energie, seine Schwächen zu akzeptieren, zu schwinden droht, ist er auch schon zu Ende und Sie sind unterhalten worden.
Sienna Miller: Katya
Steve Buscemi: Pierre Peders
Michael Buscemi: Robert Peders
Tara Elders: Maggie
David Schecter: Oberkellner
Molly Griffith: Kellnerin
Elizabeth Bracco: Kundin
James Villemaire: Gast
Jackson Loo: Fan
muMs da Schemer: Taxifahrer (als muMs)
Doc Dougherty: Fahrer
Donna Hanover: Kommentatorin
Wayne Wilcox: Schauspieler
Danny Schechter: TV_Experte
Philippe Vonlanthen: Autogrammjäger
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Im Tal von Elah (USA 2007)
Regisseur: Paul Haggis
Originaltitel: In the Valley of Elah
Die tragischen Gegebenheiten der 60er und 70er Jahre brachten uns Unmengen an Vietnamfilmen und nun scheint der Irakkrieg genau dasselbe Phänomen hervorzurufen.
Bei "Im Tal von Elah" handelt es sich um eine biblische Bezugnahme auf den Ort, an dem der Kampf von David und Goliath stattgefunden haben soll. Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) reist von seinem Zuhause in Munro, Tennessee nach Fort Rudd in New Mexico. Sein Sohn Mike ist seit seiner Rückkehr aus dem Irak spurlos verschwunden, und als ehemaliger Militärpolizist will Hank herausfinden was dort vorgefallen ist. Als sich die Armee wenig behilflich zeigt, steigt Hank ins Auto und macht sich auf direktem Weg zur Militärbasis. Dort stößt er auf eine regelrechte Mauer aus Verleugnungen, Vernebelungstaktiken und Unehrlichkeiten. Niemand den er dort antrifft erweist sich nur im Geringsten als hilfreich und als plötzlich innerhalb des Armeestützpunktes menschliche Überreste gefunden werden, treten die Vertuschungen in vollen Gang. Niemand scheint bereit zu sein Deerfield auch nur in irgendeiner Weise zu helfen, abgesehen von der Kriminalbeamtin Emily Sanders (Charlize Theron), die zugleich Zivilpolizistin und alleinstehende Mutter ist.
Und von hier an steigern sich die Dinge zu einem Kampf der Schlagfertigkeiten. Die Polizei und die Armee streiten sich darüber, um wessen Rechtsfall es sich hier handelt. Deerfield ist entschlossen herauszufinden, was mit seinem Sohn passiert ist und stürzt sich in verbissene Nachforschungen, bei denen er sich des Öfteren in den Zuständigkeitsbereichen beider Amtsgewalten wiederfindet. Obwohl Jones in diesem Film einen Großteil der Szenen für sich beanspruchen darf, erfahren wir doch nur wenig über die Hauptfigur Hank Deerfield. Die Rolle stellt anfangs den überaus klischeeartigen ehemaligen Berufssoldaten vor, der überzeugt an sein Heimatland, seinen Gott und seine Armee glaubt. Als seine Überzeugungen auf Grund der sich offenbarenden Tatsachen anfangen ins Schwanken zu geraten, erwarten wir eigentlich in Jones' Augen zumindest eine Spur von Zweifel erkennen zu können, aber das ist nicht der Fall und Jones' Gesichtsausdruck ändert sich in der gesamten Länge des Filmes so gut wie nie.
Susan Sarandon (in der Rolle seiner Frau Joanie) und Jason Partic (in der Rolle von Lt. Kirklander) liefern eine solide Besetzung als Nebendarsteller, aber leider geben ihnen ihre Rollen nur wenig Spielraum um ihre schauspielerischen Talente voll entfalten zu können. Als auffallendstes Merkmal des Filmes könnte man wahrscheinlich die Videosequenzen nennen, die Mike Deerfield mit seinem Handy im Irak aufnimmt. Diese werden auf clevere Art und Weise in die Handlung des Filmes geschnitten und zeigen deutlich, wie abscheulich dieser Krieg wirklich ist (im Falle, dass wir das bis jetzt noch nicht mitbekommen haben). Die Geschichte des Filmes basiert auf der tragischen Lebensgeschichte des Richard Davis, der, nachdem er von einem Auftrag aus dem Irak zurückkehrt, plötzlich spurlos verschwindet. Sein Vater, ein Kriegsveteran, begann darauf seine Ermittlungen. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen werden in diesem Film wiedergespiegelt.
Paul Haggis gewann einen Oscar für seinen Film "Crash", aber es ist unwahrscheinlich, dass er dies mit diesem Film wieder bewerkstelligen kann.
Sein Antikriegsstandpunkt wird aus der Entfernung übertragen, aber das Ende des Filmes macht einfach nicht genug Eindruck und daher wird wohl niemand das Kino übermäßig traurig oder böse verlassen. Trotzdem ist dieser Film es wert gesehen zu werden.
Tommy Lee Jones: Hank Deerfield
Charlize Theron: Det. Emily Sanders
Jason Patric: Lt. Kirklander
Susan Sarandon: Joan Deerfield
James Franco: Sgt. Dan Carnelli
Barry Corbin: Arnold Bickman
Josh Brolin: Chief Buchwald
Frances Fisher: Evie
Wes Chatham: Corporal Steve Penning
Jake McLaughlin: Spc. Gordon Bonner
Mehcad Brooks: Spc. Ennis Long
Jonathan Tucker: Mike Deerfield
Wayne Duval: Detective Nugent
Victor Wolf: Private Robert Ortiez
Brent Briscoe: Detective Hodge
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Michael Clayton (USA 2007)
Regisseur: Tony Gilroy
Regelmäßige Leser dieser Seite werden sich an unseren Verriss von Steven Soderberghs und George Clooneys letztem Projekt – „The Good German” - erinnern. “Michael Clayton” ist etwas besser, und Clooney spielt endlich wieder die Rolle, die ihm am besten steht: die eines modernen Sean Connery. Clooneys Präsenz sorgt dafür, dass sich der Film gut vermarkten lässt, aber die schauspielerische Leistung von Tom Wilkinson ist der eigentlich Grund, weshalb man sich den Film ansehen sollte. Der Brite spielt den brillanten und unberechenbaren Anwalt Arthur Edens und zeigt, warum britische Schauspieler seines Kalibers so begehrt sind. Edens, ein von seinen Problemen zerfressener Mann, arbeitet für Kenner, Bach and Ledeen, eine hochkarätige Anwaltskanzlei in Manhattan. Diese wiederum vertreten den Schurken des Films, den Agrar- und Chemie Großkonzern U/North, dem schwere Umweltverschmutzung vorgeworfen wird, die zu Erkrankungen der Landbevölkerung führte. Hier haben wir also schon vier bis fünf Hauptprotagonisten: den bösen Umweltverschmutzer, dessen Anwaltskanzlei, deren unberechenbaren Angestellten und natürlich die Kläger. Irgendwie muss nun noch der fünfte Protagonist, Michael Clayton, in diese schon ziemlich lange Liste hineingequetscht werden.
Und das passiert so: Kurz bevor Edens die Klage zu einem Bruchteil ihres Wertes abschmettern kann, bekommt er Zweifel. Nachdem er dann noch vergisst, seine Medikamente zu nehmen, beginnt seine geistige Gesundheit zu bröckeln und sein Engagement für U/North nachzulassen. Was anfangs wie eine billige außergerichtliche Einigung aussah, entwickelt sich zu einem Desaster für den Konzern, als Edens damit droht, Informationen über seinen Klienten zu veröffentlichen, die diesen zerstören würden. Dieser wird nervös und schaltet einen der Kanzlei-Partner, Marty Bach (Sydney Pollack) ein, um die Situation zu klären. Bach wendet sich an Michael Clayton, dessen Job es ist, ‘unliebsame Situationen’ in der Firma zu bereinigen. Er soll Edens wieder ‘auf Linie’ bringen. Clayton bezeichnet sich selbst als „Klempner”, aber Clooneys Charakter ist weder verschlagen noch skrupellos genug, um in dieser Rolle zu überzeugen. (Dass eine führende Anwaltskanzlei überhaupt so einen Angestellten braucht, sollte einen skeptisch machen, aber wir lassen das mal außen vor.) Die Situation wird noch komplizierter, als Clayton sich mit der Position der Opfer identifiziert und sich auf deren Seite stellt. Für den Rest des Films versucht er die Balance zwischen beiden Positionen zu halten.
Tilda Swinton glänzt in ihrer Rolle der Karrierefrau “Karen Chowder,” U/Norths interner Juristin, die geschickt die Unternehmensinteressen vertritt. Wenn sich die Handlung verdichtet, ist immer ihre Hand im Spiel. Leider sehen wir sie viel zu selten. Ihr Schauspiel kommt von der Intensität her der Wilkinsons am nächsten, aber dessen intensive Darstellung beherrscht den Film und zwingt die Zuschauer, das Drama durch seine Augen zu sehen. Ob vom Regisseur beabsichtigt oder nicht, man interessiert sich mehr für Arthur Edens’ Schicksal als für Michael Claytons. Der Film ist das Regiedebüt des Drehbuchautors Tony Gilroy, also nehmen wir einfach einmal an, dass das so gewollt ist, und erwarten gespannt sein nächstes Projekt.
George Clooney: Michael Clayton
Tom Wilkinson: Arthur Edens
Michael O'Keefe: Barry Grissom
Sydney Pollack: Marty Bach
Danielle Skraastad: Bridget Klein (Stimme)
Tilda Swinton: Karen Crowder
Wai Chan: Chinese Dealer
Alberto Vazquez: Kartenspieler #1
Brian Koppelman: Kartenspieler #2
Thomas McCarthy: Walter (Stimme) (als Tom McCarthy)
Denis O'Hare: Mr. Greer
Julie White: Mrs. Greer
Austin Williams: Henry Clayton
Jennifer Van Dyck: Ivy
Frank Wood: Gerald
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Die Dokumentation “For the Bible Tells Me So” beschäftigt sich mit Homosexuellen und den konsequenten Attacken, denen sie von Seiten selbst-ernannter Prediger Gottes ausgesetzt sind. Der Film lässt dabei beide Seiten zu Wort kommen, aber es ist klar, wo seine Sympathien liegen. Die Aussagen der dargestellten Christen sind überraschend und ernüchternd und man kommt nicht umhin, sich die zu Frage stellen, welcher Gott solche Unmenschlichkeit und Gefühlskälte von seinen Anhängern fordert.
Am Beispiel des Schicksals Mary Lou Wallners zeigt der Film den Schmerz und das menschliche Leid, das aus solchen Ansichten resultiert. Mary Lou wuchs in einer fundamentalistischen Kirche auf und war Anhänger von Dr. Dobsons “Focus on the Family” Bewegung, die unter anderem lehrt, dass Eltern die Sexualität ihrer Kinder nicht akzeptieren sollen. Als ihre eigene Tochter Anna ihr gestand, dass sie lesbisch sei, verstieß Mary Lou sie. Anna beging daraufhin Selbstmord. Mary Lou brach mit Dobsons Bewegung und widmet ihr Leben nun der Hilfe anderer Familien in ähnlichen Situationen.
Aber der Film zeigt auch eine andere Seite des Christentums. Die Interviews mit Bischof Desmond Tutu und Gene Robertson offenbaren ein menschliches und aufgeschlossenes Christentum und man spürt ihre Frustration über die Art und Weise, wie die Bibel von konservativen Politikern benutzt wird, um Gruppen zu stigmatisieren und auszugrenzen. Bischof Tutu erwähnt auch andere Gruppen, die unter Berufung auf die Bibel ausgegrenzt werden. In weiteren Interviews untersuchen christlichen und jüdischen Gelehrte die fadenscheinigen theologischen Argumente, die der Stigmatisierung Homosexueller zu Grunde gelegt werden und zeigen alternative Interpretationen der Bibel auf.
Dabei sollte betont werden, dass der Film nicht gegen die Familie als Institution argumentiert. Einer der bewegendsten Momente des Films ist die Reaktion des Abgeordneten Richard Gephardt (Missouri) auf das Coming-out seiner Tochter Chrissie: “You are my daughter and I will love you always.” Obwohl Gephardt sein ganzes Leben seiner politischen Karriere gewidmet hat, steht für ihn trotzdem seine Familie an erster Stelle. Wenn Dr. Dobson sich auf Familien konzentrieren will, dann sollte er die Gephardts als positives Beispiel benutzen.
Die meisten Zuschauer werden mit dem Grundargument des Films übereinstimmen, aber sie werden, wie auch der Reviewer, überrascht sein, dass fundamentalistische Eiferer nicht einfach eine lächerliche Randerscheinung sind, sondern viel Leid und Schmerz verursachen.
Chrissy Gephardt
Mary Lou Wallner
Tonia Poteat
Richard Gephardt
Gene Robinson
Desmond Tutu
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Helden der Nacht (USA 2007)
Regisseur: James Gray
Originaltitel: We Own the Night
Dieser Film muss nach seinen Actionszenen beurteilt werden, da die Handlung vorhersehbar ist: der einsame Wolf einer Polizistenfamilie, Robert ‘Bobby’ Green (Joaquin Phoenix), ändert nach einem erschütternden Erlebnis sein Leben und erkennt zu guter Letzt den Wert des Guten über dem des Bösen.
Es ist nicht überraschend, dass seine ehemaligen Komplizen von seinem “Verrat” nicht sonderlich begeistert sind. Aber einmal abgesehen von der Abgedroschenheit des Cops-bekämpfen-Bösewichte Szenarios ist der Film ziemlich solide. Robert Duvall glänzt in seiner Rolle als Vater (“Deputy Chief Albert ‘Bert’ Grusinsky”) und schafft es, den Rest der Besetzung und den Film zu tragen. Der Charakter von Capt. Joseph ‘Joe’ Grusinsky (Mark Wahlberg), Bobbys Bruder und Alberts Sohn, bekommt erst zum Ende des Films Konturen und bleibt über Längen unausgefüllt.
Die innere Logik des Films ist nicht schlüssig und letzten Endes scheitert der Film genau an diesem Punkt. Bobby arbeitet als Manager in einem New Yorker Nachtclub, El Caribe, einem Treffpunkt für Drogendealer und Kriminelle. Merkwürdigerweise bemerkt niemand, dass sein Vater der Chief of Police New Yorks ist, was nonchalant damit erklärt wird, daß Bobby den Mädchennamen seiner Mutter benutzt. Diese unglaubwürdige Konstruktion macht es dem Zuschauer für den Rest des Films schwer, die Handlung wirklich ernst zu nehmen. Die Schurken sind nicht Furcht einflößend und die Schauspieler haben kaum Möglichkeiten, ihre Charaktere voll auszuspielen. Im Großen und Ganzen erinnert der Film an eine überlange Episode von Kojak. Und warum die Handlung gerade im Jahre 1988 stattfindet, blieb dem Reviewer bis zum Schluss ein Rätsel.
Wenn man die Handlung nicht vorweg nehmen will, gibt es wenig mehr zu erzählen. Eva Mendes ist sexy, der Showdown wirkt so künstlich wie ich es seit ‘The Good German’ nicht mehr gesehen habe, die Verfolgungsjagd ist ziemlich gut, und es gibt wahrscheinlich etwas zu viel Gewalt, als dass man kleine Kinder mit ins Kino nehmen könnte.
Wenn Sie ein Fan von Robert Duvall sind, gehört dieser Film definitiv in Ihre Sammlung, obwohl das Beste, was ich über seine Arbeit in “Helden der Nacht’ sagen kann, ist, dass er den Film knapp über das Mittelmaß hievt.
Joaquin Phoenix: Robert 'Bobby' Green
Eva Mendes: Amada Juarez
Mark Wahlberg: Capt. Joseph 'Joe' Grusinsky
Robert Duvall: Deputy Chief Albert 'Bert' Grusinsky
Alex Veadov: Vadim Nezhinski
Dominic Colon: Freddie
Danny Hoch: Jumbo Falsetti
Oleg Taktarov: Pavel Lubyarsky
Moni Moshonov: Marat Buzhayev
Antoni Corone: Michael Solo
Craig Walker: Russell De Keifer
Tony Musante: Capt. Jack Shapiro
Joe D'Onofrio: Bloodied Patron
Yelena Solovey: Kalina Buzhayev (als Elena Solovey)
Maggie Kiley: Sandra Grusinsky
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Hostel Teil 2 (Slovakei 2007)
Regisseur: Eli Roth
Originaltitel: Hostel Part 2
“Hostel” war ein höchst erfolgreicher Horrorfilm, hineingestellt in eine Jugendherberge in der Slovakei, deren Bewohner oft zum Zwecke brutaler Folter entführt wurden. Er war umstritten, wurde aber rasch zum Kult. Kultfilme sind oft schwierig fortzusetzen. Es war noch nie leicht, einen neuen Ansatzpunkt für eine Fortsetzung zu finden. Sie aber schafften es. Sie gestalten den Film aus dem Blickwinkel nicht der Opfer, sondern der Folterknechte. Roth fragte sich daher, welcher Art Leute Folterungen ausüben wollten. Wie würden sie gefunden werden? Wie läuft das mechanisch ab?
Dies erweist sich als der Schlüssel zum Erfolg des Filmes, in welchem Roth es erfolgreich schafft, den Charakter desjenigen zu formen und anzupassen, durch dessen Augen wir das makabre Geschehen sich entfalten sehen. Es ergab sich so für Roth auch die günstige Gelegenheit, ein anderes Thema auszuforschen, nämlich das Thema des finanziellen Wertes, welchen wir einem menschlichen Leben zuerkennen, wenn dazu aufgerufen. In einer der frühen Szenen bieten potenzielle Folterer auf jedes neue Opfer. Roth behauptet, dass dies von seiner Abscheu gegen das Bush/Cheney-Regime inspiriert war, welches junge Männer in den Tod schickt, damit es selbst und ihre Geschäftsfreunde davon profitieren können. Ob wir alle diese Einschätzung unbedingt teilen, ist unerheblich; es ist eine triftige Frage, die zu stellen er berechtigt ist, auch wenn ein Hinweis auf die Ausbreitung des Menschenhandels vielleicht ein treffenderer Vergleich gewesen wäre.
Abgesehen von der Politik, berücksichtigt die Technik zahlreiche Änderungen des Tempos, die das Wohlbehagen des Zuschauers verhindert. In einem Fortsetzungsfilm sind wir uns weit sicherer zu wissen, was kommen mag und das kann natürlich den Schockeffekt verringern. Roths neue Perspektive vereitelt dies, und tatsächlich sind zwei unserer Helden (ich gebrauche dieses Wort hier etwas unpräzise), Stuart (Roger Bart) und Todd (Richard Burgi) in Wahrheit nicht Opfer, sondern selbst potenzielle Folterknechte. Andere Figuren, darunter selbstverständlich die Opfer Beth (Laura German), Lorna (Heather Matarazzo) und Whitney (Bijou Phillips), nehmen sich ebenso ihre Zeit im Rampenlicht und der Film spielt raffiniert mit unserer Wahrnehmung.
Tatsächlich mag es Matarazzos Vorstellung sein, an welche sich Kritiker und Filmbesucher zukünftig erinnern werden und welche unausweichlich bekannt werden wird als die Bathory Szene, benannt nach der
Gräfin Elizabeth Bathory, auch bekannt als die Blutige Herrin von Cachtice. Sie soll im 16. Jh. angeblich im Blute von jungfräulichen Mädchen gebadet haben, um sich so ihre Jugend zu bewahren.
Es lohnt sich allein für diese Szene das Film anzuschauen. Man sagt, dass Matarazzo sich peinlich genau dafür mit Yoga Stunden und viele Minuten auf den Kopf gestellt bereitet hat.
Wir sollten auch den Part nicht vergessen, welchen die Slovaken selbst im Film spielen. Das “Hostel”-Team kehrt zurück in die malerische Ausstattung von Cesky Krumlov und es gibt für es - weil “Hostel 2” anders als “Hostel” nicht im Winter gefilmt wurde – neue Seiten des Dorfes zu entdecken. Der frühere slovakische Kulturminister Milan Knazko spielt die Hauptrolle von Sasha, einen Anthony Hopkins ähnlichen Kartellboss, der die Folterungen organisiert. Er gibt eine sehr talentierte Vorstellung, einerseits wenn er spricht und andererseits wenn er nicht spricht, wie wenn er in einer schaurigen Szene das Beste aus einer Bubblegum Gang herausbringt, einer Bande ortsansässiger Kinder, die unabhängig vom allmächtigen Kartell zu agieren scheint. Es ist eine sonderbare Dynamik, wenn dieses Kartell zwar peinlichst genaue Details von Klienten wie auch von Opfern herausfinden und rund um den Erdball Akte entsetzlicher Grausamkeit ausführen kann, aber irgendwie eine Bande obdachloser Kinder unmittelbar vor seiner eigenen Haustür nicht zu kontrollieren vermag. Vielleicht ein Thema für “Hostel 3”?
Während der sehr erfolgreiche Film “Hostel” vom asiatischen Kino beeinflusst war, sagt Direktor Eli Roth von dieser sehr sehenswerten Fortsetzung, sie sei vom italienischen Giallo-Kino der 70er-Jahre geformt worden. Er hat es geschafft, sie vom Original so verschieden zu gestalten, dass wir nie behaglich mit dem Umfang an
Langweile dasitzen, der oftmals das Anschauen einer Fortsetzung begleitet. Wenn du den ersten Film gern gehabt hast, wirst du vermutlich auch diesen mögen.
Lauren German : Beth
Roger Bart: Stuart
Heather Matarazzo: Lorna
Bijou Phillips: Whitney
Richard Burgi: Todd
Vera Jordanova: Axelle
Jay Hernandez: Paxton
Jordan Ladd: Stephanie
Milan Knazko: Sasha
Edwige Fenech: Kunstprofessorin
Monika Malacova: Frau Bathory
Stanislav Ianevski: Miroslav
Patrik Zigo: Bubblegumbande Leiter
Zuzana Geislerová: Inya
Ivan Furak: Bewacher
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Elizabeth - Das goldene Königreich (UK/Frankreich/Deutschland 2007)
Regisseur: Shekhar Kapur
Originaltitel: Elizabeth: The Golden Age
 Cate Blanchett
Im 16. Jahrhundert brachten religiöse Querelen Westeuropa den Unfrieden. Katholischer Fanatismus kam in Spanien ans Ruder, und die Inquisition folterte und mordete täglich des Unglaubens Verdächtigte. König Philip von Spanien steigerte sich in eine andere Gefährdung der römisch-katholischen Kirche hinein – das protestantische England, das nun gleichermaßen bei der Religion wie auf dem Meer zum Rivalen geworden war. Im Brennpunkt seines Eifers stand Königin Elizabeth, Englands jüngferliche Königin, deren Protestantismus ihn sehr verärgerte. Sie ihrerseits kerkerte ihre katholische Rivalin für den Thron von England ein, Mary Stuart, bekannt als Mary, die schottische Königin. Das ist der Hintergrund dieser Filmfassung der hoch geschätzten ‚Elizabeth'. Sie wird Fans von kostümreichem Theater sowie ausgeklügelter Filmtechnik erfreuen. Diejenigen, die gerne Geschichte sorgfältig neu erschaffen sehen möchten, werden vielleicht ein bisschen weniger begeistert sein.
Cate Blanchett spielt die Hauptrolle als Königin Elizabeth und wird gut unterstützt vom beständig großartigen Geoffrey Rush, der die Rolle von Sir Frances Walsingham wieder aufnimmt, die er schon 1998 im ursprünglichen Film spielte. Der aus Queensland Stammende hat eine Schaffensliste von außergewöhnlicher Länge, die sich vom kürzlich produzierten ‚Fluch der Karibik 3: Das Ende der Welt' zurückspannt über Jahrzehnte von Fernsehauftritten in seinem heimatlichen Australien und in England.
‚Elizabeth - das goldene Zeitalter' übernimmt wieder die Geschichte vom 1998er Original, aber es ist die Präsenz des Sir Walter Raleighs, der auf fast komische Weise von Clive Owen gespielt wird, die den Film zu dominieren anfängt. Er ist weder glaubhaft noch würdig als Elizabethanische Ausgabe eines Errol Flynn. In der Tat war Raleigh ein religiöser Fanatiker, der sich an zwei Massakern an Zivilisten auf der Rathlin Insel und in Smerwick beteiligte. Hier ist er aber eher wie eine Mischung aus Kapitän Flashheart (von der englische Serie ‚Blackadder') und Casanova dargestellt. Elizabeths sexuelle Verstricktheit mit ihm wird zum Mittelpunkt des Films. Zeitweise scheint sie die bevorstehende Invasion der Spanier eher als unwillkommene Ablenkung von ihrem Liebesspiel zu betrachten. Warum macht man sich überhaupt die Mühe mit einem historischen Drama, wenn es letztlich nur die Kulisse zu einer Liebesgeschichte abgibt? Schließlich kommt Elizabeths Kammerfrau, Bess Throckmorton (Abbie Cornish) ins Spiel, und der Film kehrt zu besseren Absichten zurück.
Die Beziehung zwischen der Königin und ihrem engsten Dienstmädchen ist sehr gut dargestellt. Elizabeth scheint zu schwanken. Manchmal lässt sie die Zwänge ihres Amtes ihren Spielraum begrenzen, und sie lebt ihr Leben indirekt, durch Bess. Ab und zu jedoch kommt es vor, dass Raleigh sie dazu verleitet, ihre wahre Leidenschaft zu zeigen. Als sie sich endlich von Bess, der Trägerin ihrer Emotionen, trennt, erhebt sie sich zum Rang einer Kriegsgöttin und führt ihr Volk zum Sieg.
Der Verlust des Armadas war eines der beschämendsten Verluste in der Geschichte des spanisches Militärs. Kapur merkt an, wenn der Wind aus einer andere Richtung geweht hätte, „würden wir jetzt alle Spanisch sprechen“. Vielleicht hat er Recht, aber die Darstellung von solch monumentalem historischen Geschehen hat wahrlich mehr als eine Nebenrolle zur Untermalung einer unwahrscheinlichen romantischen Handlungslinie verdient.
Cate Blanchett: Queen Elizabeth I
Geoffrey Rush: Sir Francis Walsingham
Clive Owen: Sir Walter Raleigh
Jordi Mollà: King Philip ll von Spanien
John Shrapnel: Lord Howard
Aimee King: Infanta
Susan Lynch: Annette
Elise McCave: Laundry Woman
Samantha Morton : Mary Stuart
Abbie Cornish: Elizabeth Throckmorton
Penelope McGhie: Margaret
Rhys Ifans: Robert Reston
Eddie Redmayne: Thomas Babington
Stuart McLoughlin: Savage
Adrian Scarborough: Calley
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Talk to Me (USA 2007)
Regisseur: Kasia Lemmons
 Don Cheadle
Lemmons versucht mit dieser bisweilen humorvollen Biografie über Ralph “Petey” Greene (Don Cheadle) das Washington DC der 1960er Jahre nachzubilden. Michael Genet und Rick Famuyiwa schrieben die Biographie, die lose dem Leben eines Sträflings folgt, der von der Straße zu einem einflussreichen und erfolgreichen Diskjockey im lokalen Radiomarkt aufrückt.
Soul, Funk und R&B waren zu der Zeit populär in den Straßen von DC, aber daneben wurde auch das Gefühl stärker, dass die afroamerikanische Gemeinschaft nicht länger die schlechte Behandlung durch die Behörden tolerieren muss und dass ihr Musikgeschmack von den populären Medien ignoriert wurde. Seine Entschlossenheit, die ’Dinge so zu sagen, wie sie sind’ und die Hilfe des Radioprogrammdirektors Dewey Hughes (Chiwetel Ejiofor) verhalfen Greene mit Charme und Schwindelei zu einem Sendeplatz auf WOL-AM.
Dewey Hughes besucht seinen Bruder Milo (Mike Epps) im Gefängnis von Lorton, als er zum ersten Mal Greene trifft, der dort für das Gefängnisradio arbeitet. Greene gelingt es Hughes das Versprechen abzunehmen, ihn in der Zukunft zu beschäftigen. Tatsächlich wird er viel früher als erwartet aus dem Gefängnis entlassen und es gelingt ihm, den versprochenen Job anzutreten. Dies ist der Beginn einer langen, ungewöhnlichen Freundschaft zwischen den beiden. Beide bringen etwas Neues in das Freundschafts- und Geschäftsverhältnis, etwas, das dem anderen fehlt oder wovor sich der andere möglicherweise fürchtet.
Die anderen afroamerikanischen DJ’s, die für den Sender arbeiten, Nighthawk (Cedric the Entertainer) und Sunny Jim (Vondie Curtis-Hall), sind schnell am Ende, wenn Greene sein überschäumendes Talent und seine entwaffnende Ehrlichkeit auf der Radiowelle überträgt. Allerdings wird seine Fassade nur das zu tun, was er will und wann er es will, die den Radiosenderbesitzer E G Sonderling (Martin Sheen) gehörig in Rage bringt, in Frage gestellt, wenn externe Ereignisse seine Abkopplung von der Außenwelt beenden. Der Film handelt im Wesentlichen davon, wie er und Hughes mit der Auseinandersetzung zum echten Leben außerhalb der eigenen Wohlfühlzone umgehen. Während Hughes’ Ambitionen für seinen Protegé wachsen, so wächst im gleichen Maß Greenes sichtbares Unbehagen, das seinen Höhepunkt erreicht, wenn sich die Fernsehanstalten bei ihm melden. Er war ein großer Name in der kleineren Welt der Afroamerikaner in Washington DC, konnte oder wollte sich aber nicht mit der größeren Welt messen, in die Hughes ihn zu drängen versuchte.
Das Zusammenspiel von Cheadle und Ejiofor ist interessant und gelegentlich elektrisierend, insbesondere dann, wenn Cheadles’ Charakter “Petey“ Greene Huges ethnische Berechtigung in Frage stellt. Obwohl Greene eine eher abstoßende und unehrliche Person ist, fällt es doch schwer, ihn nicht zu mögen. Sie werden sehen, wie sie ihm zum Erfolg anfeuern, ungeachtet dessen, dass seine Lebensansichten nicht zwingend Ihren entsprechen werden. Heutzutage würden wir ihn einen Schock-Diskjockey nennen; vielleicht war er einer der ersten.
Greene starb 1984 an Krebs, allerdings erst nachdem er in Jimmy Carters’ Weißes Haus eingeladen wurde und das Ohr es Mächtigen für einen Moment hatte. Dewey Hughes wurde eine tragende Figur auf Radio One und gab sein persönliches Zulassungssiegel zum Film, als er die Premiere besuchte. Greenes Familie war weniger begeistert und entlockte Kasi Lemmons eine Reaktion. Als Antwort auf die Kritik von Greenes Familie über seine Darstellung als alkoholkranker Frauenheld, sagte sie, sie wollte einen Film und keine Biografie machen.
Also ich nenne dies einen Film – und keineswegs einen schlechten noch dazu. Ich persönlich freue mich darauf zu sehen, was insbesondere Ejiofor als nächstes vorhat.
Don Cheadle: Ralph Waldo 'Petey' Greene
Chiwetel Ejiofor: Dewey Hughes
Bruce McFee: Prison Sign-In Guard
Mike Epps: Milo Hughes
Peter MacNeill: Warden Cecil Smithers
Adam Gaudreau: Escorting Guard
Taraji P. Henson: Vernell Watson
Cedric the Entertainer: 'Nighthawk' Bob Terry
Martin Sheen: E.G. Sonderling
J. Miles Dale: Program Director
Sean MacMahon: Ronnie Simmons
Richard Chevolleau: Poochie Braxton
Martin Randez: Hadley
Todd Schroeder: Guard Captain (als Todd William Schroeder)
Vondie Curtis-Hall: Sunny Jim Kelsey
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Spuren eines Lebens (USA/Deutschland 2007)
Regisseur: Lajos Koltai
Originaltitel: Evening
 Clare Danes
Obwohl in „Evening“ unzählige Hollywoodgrößen zu sehen sind, gelingt es dem Film doch zumeist Hollywood-Clichés zu vermeiden und seinen komplexen Plot raffiniert voranbringen. Vanessa Redgrave in der Hauptrolle der Ann spielt eine alte Frau in ihren letzten Tagen, die von ihren beiden Töchtern Connie und Nina (Natasha Richardson and Toni Collette) tagsüber und von einer mysteriösen irischen Krankenschwester zur Nachtzeit besucht wird. Als sie dem Tod näher rückt, geht sie in Gedanken zurück an den entscheidenden Punkt ihrer Jugendzeit – das Wochenende, an dem sie den einzigen Mann, den sie wirklich liebte, gewann und verlor.
Die Story dieses schicksalhaften Wochenendes wird in langen Rückblenden erzählt. Die junge Ann (Claire Danes) kommt gerade im Sommersitz der Winterborns an. Sie ist die Brautjungfer ihrer besten Freundin Lila (Mamie Gummer), einer jungen Frau der feinen Gesellschaft, deren andere Brautjungfern auf die aufstrebende Sängerin Ann herabschauen. Lilas’ trinkfreudiger Bruder Buddy (Hugh Dancy), der es schon lange auf Ann abgesehen hat, macht sie mit Harris (Patrick Wilson) bekannt, dem Sohn ihres früheren Hauswirtschafters, der nun ein ansässiger Arzt ist. Harris ist charmant und rätselhaft. Er weist eine Frau zurück, um eine andere zu verführen, ohne jedoch zuviel von sich selbst preiszugeben.
Während der Film sich in der Zeit vor und zurück bewegt, driftet die ältere Ann immer tiefer in die Vergangenheit und wird nur von ihren Töchtern zurückgerufen, die sie brauchen. Eine der Töchter hat mit ihrem eigenen Leben in einer Weise zu kämpfen, die sich stellenweise mit dem Schicksal ihrer Mutter spiegelt. Beide Geschichten rücken der Krise bedächtig näher mit einem Tempo, das weder den Höhepunkt durchhetzt, noch sich zu lange an den Details aufhält.
Es gibt viele großartige Vorstellungen in dem Film. Clare Danes und Vanessa Redgrave haben beide eine Anlage und die Fähigkeit, Intensität in ihre Rollen zu bringen, ohne übertrieben zu erscheinen. Der Eindruck, dass sie wirklich ein und dieselbe Person sind, getrennt von 50 Jahren, ist viel stärker als in vielen ähnlichen Filmen. Meryl Streep überzeugt ebenfalls als die ältere Lila, mit der selben Gelassenheit und Resignation wie ihr jüngeres Pendant. Glenn Close macht ebenfalls einen guten Job als Lila und Bens Mutter, eine verspannte Gastgeberin der guten Gesellschaft.
Die männlichen Charaktere sind nicht immer so solide gezeichnet. Hugh Dancy als Buddy agiert an manchen Stellen zu überzogen und Patrick Wilsons’ Harris erscheint nicht wirklich beeindruckend genug, um der entscheidende Mann im Leben so vieler Frauen zu sein. In der Gegenwartsgeschichte überschattet Toni Collettes Nina, ebenfalls ein wenig ihren Partner Luc (Ebon Moss-Bachrach). Ob nun beabsichtigt wurde, das Leben von Frauen in den Mittelpunkt des Films zu rücken und Männern nur einen Nebenrolle zukommen zu lassen oder ob dies einfach nur ein Produkt der Besetzung so vieler verblüffend guter Schauspielerinnen ist, macht am Ende keinen Unterschied. Allerdings wird der Film auf Grund dessen eher zu einem Frauenfilm, denn zu einem mit breiterem Anklang.
Claire Danes: Ann Grant
Toni Collette: Nina Mars
Vanessa Redgrave: Ann Lord
Patrick Wilson: Harris Arden
Hugh Dancy: Buddy Wittenborn
Natasha Richardson: Constance Lord
Mamie Gummer: Lila Wittenborn
Eileen Atkins: Die Krankenschwester
Meryl Streep: Lila Ross
Glenn Close: Mrs. Wittenborn
Ebon Moss-Bachrach: Luc
Barry Bostwick: Mr. Wittenborn
David Furr: Ralph Haverford
Sarah Viccellio: Lizzie Tull
Cheryl Lynn Bowers: Peach Howze
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La Vie en Rose (Frankreich/UK/Tschechische Republik 2007)
Regisseur: Olivier Dahan
Originatitel: La Môme
Diese epische Biographie über die legendäre französische Sängerin Edith Piaf besitzt eine Anziehungskraft
weit über die Grenzen des fremdsprachigen Kinos hinaus. Marion Cotillard erhebt sich über ihre Schauspielkollegen
und liefert eine Darstellung, die schwer zu übertreffen sein wird, egal, wohin sie ihre künftige Karriere auch
führen mag. Dahans Portrait der Armut, in der Piaf aufwächst, und ihres stürmischen und selbstzerstörerischen
späteren Lebens garantieren keinen Mangel an Dramatik in dem über zwei Stunden langen Film. Die Geschichte
beginnt mit der fünfjährigen Piaf (Manon Chevallier), damals noch Édith Giovanna Gassion, die als verträumter
Zaungast in dem Bordell ihrer Großmutter (Catherine Allégret) in der Normandie aufwächst. Von der
Hornhautentzündung in ihrer Kindheit, die Piaf beinahe das Augenlicht gekostet hätte, über die
Morphiumabhängigkeit ihres Vaters, das Elend, das Piafs Einstellung zum Leben und zu ihrer Musik prägte,
werden offen zur Schau gestellt.
Niemand sollte diesen Film jedoch als eine faktisch stimmige Wiedergabe ihres Lebens betrachten. Einige
Dinge werden verklärt oder vernachlässigt, wie beispielsweise die Tatsache, dass Piaf an Krebs starb und
nicht etwa an den Folgen ihres ausschweifenden Lebensstils und einer Serie von Autounfällen. Nach eigenen
Aussagen versuchte Cotillard erst gar nicht Piaf zu imitieren, wodurch ihre Darstellung gewinnt. Einige
Zuschauer werden die häufigen Zeitsprünge verwirrend finden, und tatsächlich springt der Film von Piafs
Kindheit zu ihrem Erwachsenenleben bis hin zu kurz vor ihrem Tod – und wieder zurück. Der Maskenbildner
Didier Lavergne leistet großartige Arbeit, um Cotillard wie eine 45-jährige aussehen zu lassen, die aber
aufgrund ihrer schlechten Gesundheit gut 20 Jahre älter erscheint. Ein Kritiker gab zu der Auffassung
gewesen zu sein, dass zwei verschiedene Schauspielerinnen Piaf in diesen beiden Lebensabschnitten
darstellen. Cotillard selbst verdient großes Lob für ihre körperliche Darstellung des Rheumatismus und
der Gebrechlichkeit, die Piaf in ihrem späteren Leben so sehr zu schaffen machten.
Fast alle Lieder („Heaven Have Mercy“, „Milord“, „La foule“, „Cri du cœur“, „La vie en rose“, „Padam
Padam“, „Mon Dieu“, „Hymne à l'amour“, „Mon manège à moi“, und der Klassiker „Non, je ne regrette rien“)
sind Originalaufnahmen Piafs. „Parogote“-Sängerin Jil Aigrot steuert weitere vier hinzu („Mon Homme“,
„Les Mômes de la Cloche“, „Mon Légionnaire“, „Les Hiboux“). Digital aufbereitet sind sie heute noch so
kraftvoll und mitreißend wie zu Piafs Zeiten. Eine rühmliche Ausnahme stellt natürlich die Marseillaise
dar. „La Vie en Rose“ gesellt sich zu Filmen wie „Casablanca“, „Napoléon“, „Escape to Victory“ und Jean
Renoirs fantastischer „La Grande Illusion“, die sich einer gefühlsgeladenen Version der französischen
Nationalhymne bedienen. In „La Vie en Rose“ wird sie von der jungen Sängerin Cassandre Berger
vorgetragen.
Obwohl solche Themen wie ein tragischer Tod, Krankheit, eine schwere Kindheit und die selbstzerstörerische
Ader, die Voraussetzung für jede filmische Biographie zu sein scheint, ein wenig abgenutzt und Handlung und
Dialoge mitunter schwach sind, macht Cotillards Darstellung den Film sehenswert.
Marion Cotillard: Edith Piaf
Sylvie Testud: Mômone
Pascal Greggory: Louis Barrier
Emmanuelle Seigner: Titine
Jean-Paul Rouve: Louis Gassion
Gérard Depardieu: Louis Leplée
Clotilde Courau: Anetta
Jean-Pierre Martins: Marcel Cerdan
Catherine Allégret: Louise
Marc Barbé: Raymond Asso
Caroline Sihol: Marlene Dietrich (als Caroline Silhol)
Manon Chevallier: Edith - 5 Jahre alt
Pauline Burlet: Edith - 10 Jahre alt
Elisabeth Commelin: Danielle Bonel
Marc Gannot: Marc Bonel
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Tödliche Versprechen (England 2007)
Regisseur: David Cronenberg
Originaltitel: Eastern Promises
 Viggo Mortensen
Steven Knights hervorragende Erzählung über Mord und Intrigen spielt in London, wo Anna Ivanova (Naomi Watts),
eine Hebamme des Trafalgar Krankenhauses, in die Fänge der Wory w Sakone gerät, einer Bruderschaft der russischen
Mafia, nachdem ein neugeborenes Baby auf der Entbindungsstation eintrifft. Tatjana (Sarah-Jeanne Labrosse), die
Mutter des Kindes, stirbt bei der Geburt. Als ein Tagebuch bei ihr gefunden wird, entschließt sich Anna, deren
verstorbener Vater aus Russland stammte, es zu übersetzen, um die Familie des Kindes ausfindig zu machen.
Der Film folgt einem bewährten Erfolgsrezept. Er bietet eine gute Handlung, gute darstellerische Leistungen sowie
eine gute Besetzung. Armin Mueller-Stahl, Veteran der amerikanischen TV-Serie „The West Wing“, ist überragend in der
Rolle des nach außen hin charmanten Semjon, dem Besitzer eines vornehmen transsibirischen Restaurants. Als Annas Onkel
Stepan (Jerzy Skolimowski) sich weigert, in die Sache verwickelt zu werden, wendet sie sich mit der Übersetzung des
Tagebuchs an Semjon – und damit fangen ihre Probleme erst richtig an. Mueller-Stahl ist sowohl eiskalt als auch
glaubwürdig und demonstriert seine Fähigkeit, mit minimaler Gestik und Mimik Gedanken zu übermitteln, so wie es sich
für einen umsichtigen Mafioso in der Verkleidung eines ernstzunehmenden Geschäftsmannes gehört. Trotzdem ist es Viggo
Mortensen, der in seiner zweiten Zusammenarbeit mit Cronenberg – „A History of Violence“ war die erste – in der Rolle
des Nikolai allen die Show stiehlt. Nikolai ist augenscheinlich ein Wory w Sakone Chauffeur, dessen Obhut Semjon seinen
unberechenbaren Sohnes Kirill anvertraut, einem Säufer, der seltsamerweise von dem Franzosen Vincent Cassel gespielt wird.
Dennoch geben der Däne Mortensen, der Pole Skolimowski und der Deutsche Mueller-Stahl alle passable Russen ab, besonders
Mortensen, der Angaben zufolge sogar bis in den entfernten Teil Russlands gereist sein soll, aus dem die Figur des Nikolai
stammt.
Cronenbergs Film scheut nicht vor der Brutalität der Vorgehensweisen der Mafia zurück, noch schmückt er sie aus. Es
gibt einige äußerst drastische Gewaltszenen, besonders auf Klingen und Äxte werden große Stücke gehalten, wenn es um das
Zerstückeln von Mobmitgliedern geht. Trotzdem ist er aufs Äußerste unprätentiös. Selbst wenn der Film solchen Fragen
nachgeht wie der, inwieweit die Loyalität zwischen Vater und Sohn diejenige zwischen Recht und Unrecht übertrifft, tut
er das auf eine Art und Weise, die der Zuschauer nachvollziehen kann und die nicht von der Handlung ablenkt.
Viggo Mortensen: Nikolai
Naomi Watts: Anna
Vincent Cassel: Kirill
Armin Mueller-Stahl: Semyon
Sinéad Cusack: Helen
Mina E. Mina: Azim
Jerzy Skolimowski: Stepan
Donald Sumpter: Yuri
Josef Altin: Ekrem
Aleksandar Mikic: Soyka
Sarah-Jeanne Labrosse: Tatiana
Lalita Ahmed: Die Kundin
Badi Uzzaman: Der Chemiker
Doña Croll: Krankenschwester (als Dona Croll)
Raza Jaffrey: Dr Aziz
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Der Tod des Herrn Lazarescu (Rümanien 2005)
Director: Cristi Puiu
Originaltitel: Moartea domnului Lazarescu
 Ioan Fiscuteanu und Luminita Gheorghiu © Tartan Films 2005
Diese schwarze Komödie aus Rumänien zeigt die dunkle Seite der medizinischen Gesundheitsversorgung. Dante
Remus Lazarescu, ein mürrischer 62-jähriger Witwer, der allein mit seinen drei Katzen lebt, ruft eines
Samstagabends den Rettungsdienst und klagt über dauernde Übelkeit und Kopfschmerzen. Seine Nachbarn bieten
widerwillig ihre Hilfe an, während er auf den Notarzt wartet, sind aber mehr um ihr Quittengelee als um
Lazarescue besorgt und davon überzeugt, dass er nur an den Auswirkungen eines Katers leidet.
Als der Krankenwagen endlich eintrifft, versucht der Sanitäter zuerst, Lazarescue mit der Verabreichung
von Vitaminen und Glukose abzuspeisen. Es dauert allerdings nicht lange, bis Lazarescue aufsteht und Blut
erbricht. So schafft er es schließlich auch in den Wagen der Ambulanz… jedoch nur, um stundenlang durch
die Gegend gefahren zu werden – eine albtraumhafte Reise, währenddessen sich sein Gesundheitszustand rapide
verschlechtert und er sich überarbeitetem und arrogantem medizinischen Personal ausgesetzt sieht, das oftmals
mit eigenen Plänen und persönlichen Flirts beschäftigt ist. Bis zum Ende des Films wird Lazarescue mehrmals
fehldiagnostiziert, wiederholt über seinen Alkoholkonsum belehrt und von Krankenhaus zu Krankenhaus gefahren,
ohne ein einziges Mal die medizinische Versorgung zu erhalten, die er braucht. Die einzige Person, die ihm
beisteht, ist die Ambulanzbegleiterin Mioara, auch wenn sie angesichts der überheblichen Ärzte, die nichts
auf die Meinung einer Sanitäterin geben, meist nur wenig für ihn tun kann.
Am Ende des Films ist Mioara zur Hauptfigur geworden und Lazarescue nicht viel mehr als ein hilfloses und
erbärmliches Objekt, fast komatös und nicht mehr in der Lage, an ihn gerichtete Fragen und Anschuldigungen
zu verstehen, geschweige denn, ihnen entsprechend zu begegnen. Seine Reise durch die medizinische Versorgungshölle
(der Vornahme „Dante“ ist für ihn sicherlich nicht zufällig gewählt worden) ist fast vorbei. Wenigstens Mioara hat
für ihn getan, was sie konnte und ist letztlich die einzige Person, der Lazarescue nicht egal ist – im Gegensatz
zu seinen Nachbarn, seiner Schwester, seiner entfremdeten Tochter und natürlich zum Rest des medizinischen Personals,
dem er während seiner Odyssee im Notarztwagen begegnet. Mioaras Fürsorge und Hartnäckigkeit sind es letzten Endes
auch, die den Film aus seiner tiefen und ungelinderten Verzweiflung reißen.
Ion Fiscuteanu: Domnul Lazarescu
Doru Ana: Sandu Sterian
Monica Dean: Mariana (als Monica Barladeanu)
Luminita Gheorghiu: Mioara Avram
Alina Berzunteanu: Dr. Zamfir
Doru Boguta: Rettungsdienst
Mimi Branescu: Dr. Mirica
Mihai Bratila: Dr. Breslasu
Dragos Bucur: Misu
Robert Bumbes: Robert
Dan Chiriac: Mediziner Triage Spitalui Universität
Mirela Cioaba: Marioara
Laura Cret: Medizinerin ecograf, Spitalui Sf. Spiridon
Dana Dogaru: Mihaela Sterian
Bogdan Dumitrache: Mediziner, Spitalui Sf. Spiridon
Alexandru Fifea: Krankenwärter, Spitalui Sf. Spiridon
Florina Alina Gleznea: Assistentin, Spitalui Sf. Spiridon
Tudor Hristescu: Dr. Kelemen
Rodica Ionescu: Assistant, Spitalui Universität
Cerasela Iosifescu: Assistant, Spitalui Filaret
Irina Kozsar: Assistant, Spitalui Universität
Iulia Lazar: Assistant. Spitalui Filaret
Rodica Lazar: Dr. Laura Serban
Serban Pavlu: Gelu
Simona Popescu: Assistant, Spitalui Bagdasar
Alexandru Potocean: Krankenwärter, Spitualui Bagdasar (als Alexandru Cristian Potocean)
Calin Adrian Pula: Krankenwärter, Spitalui Universität
Anca Puiu: Vecina
Emil Puiu: Dl. Sandu
Iuliana Puiu: Dna. Sanui
Smaranda Puiu: Smaranda
Gabriel Spahiu: Leo
Jean Lorin Sterian: Mediziner, Spitalui Universität
Mariana Stoica: Patientin, Spitalui Sf. Spiridon
Maria Serb: Assistant, Spitalui Bagdasar
Andrei Serban: Krankenwärter, Spitalui Sf. Spiridon
Adrian Titieni: Dr. Dragos Popescu
Cristian Turungiu: Krankenwärter, Spitalui Universität
Clara Voda: Dr. Gina Filip
Ionel Zaharia: Krankenwärter, Spitalui Universität
Florin Zamfirescu: Dr. Ardelean
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Todeszug nach Yuma (USA 2007)
Regisseur: James Mangold
Originaltitel: 3:10 to Yuma
 Christian Bale
Elmer Leonards Roman wurde zum ersten Mal 1957 von Halsted Welles und Delmer Davies mit Glenn Ford in der Rolle des Bösewichts Ben Wade und Van Heflin als Dan Evans verfilmt. Ein halbes Jahrhundert später, in einem für das Westerngenre kommerziell und soziologisch gesehen sehr viel schwierigeren Zeitalter, liefert James Mangold nun ein Remake dieses Wildwestfilmklassikers. Der Versuchung widerstehend, einen Western zu drehen, der den gängigen Vorstellungen eines Westerns entspricht, kreiert Mangold erfolgreich einen, wie er selbst behauptet, Buddy-Movie, der geographisch und zeitlich in der Umgebung spielt, in der Western normalerweise angesiedelt sind.
Es gibt hier einige herausragende Einzelleistungen. Der im walisischen Haverfordwest (Pembrokeshire) geborene Christian Bale stellt schnell sicher, dass das Vermächtnis Wales’ erster schauspielerischer Garde nicht mit Richard Burton und Anthony Hopkins endet. Bale spielt Dan Evans, einen verwundeten Bürgerkriegsveteranen, der sich nach Ende des Krieges als Farmer niedergelassen hat, sich aber offen gestanden nicht besonders dazu eignet. Sein junger, an Tuberkulose leidender Sohn, Grundbesitzer, die ihn von seinem Land vertreiben wollen, eine Dürre, die seine Ernte vernichtet und die unmittelbar bevorstehende Ära der Eisenbahn, die seine Stadt Bisbee für immer verändern wird, bereiten ihm mehr als genug Sorgen. Darüber hinaus wächst sein ältester Sohn William (Logan Lerman) zum Mann heran und verleiht dem mangelnden Respekt seinem Vater gegenüber zunehmend Ausdruck. Fast zufällig wird er in den anhaltenden und brutalen Kampf zwischen der Southern Pacific Railroad, die langsam in Arizona Einzug hält, und der Bande um Ben Wade (Russell Crowe) verwickelt.
Wade führt eine Gruppe von Killern an, für die Raub und Mord eher Stellenbeschreibungen als kriminelle Handlungen sind. Wade selbst, obschon unbestreitbar böse, scheint sich jedoch oftmals aus den Aktivitäten herauszuhalten, und Crowe stellt ihn klugerweise als eine Art gelangweilten König dar, der sich über seine verirrte Herde mehr amüsiert als für sie verantwortlich zeigt. Das Abenteuer scheint ihn mehr zu motivieren als der Profit, doch er verlangt außerordentliche Loyalität, besonders von seinem irren Kumpan Charlie Prince (Ben Foster). Fosters Darstellung hat bereits einige wilde Debatten entfacht, und wir scheuen nicht davor zurück selbst Stellung zu beziehen. Seine Ergebenheit und sein Fanatismus erinnerten mich an die halsstarrigen Nationalsozialisten in Kriegsfilmen, die der Sache trotz Führungslosigkeit und zunehmender Sinnlosigkeit des Kampfes noch immer verschrieben waren. Wenn man Charlie Prince in die Augen schaut, sieht man nichts als Wahnsinn, und wenn das in der Tat genau das ist, was Mangold von ihm verlangte, erfüllt Foster diesen Anspruch voll und ganz. Seine Brutalität und Wut sind kontrolliert und vermitteln den Eindruck, dass sie für ihn ein Weg sind, noch etwas anderes, tief in ihm brodelndes herauszulassen.
Crowe selbst gibt meisterhaft wieder, warum Ben Wade gerade diese Art von Reaktion verlangt. Selbst in kurzen Dialogen kann man spüren, wie Wade eine Beziehung zu den anderen Charakteren aufbaut, indem er sie bewusst in Rage bringt. Diese Beziehungen sind oftmals von kurzer Dauer, und er verliert das Interesse daran genauso schnell wieder, wie er es gefunden hat, aber in seinen knappen Wortwechseln mit der Bardame Emmy Nelson (Vinessa Shaw), dem Gesetzeshüter Tucker (Kevin Durrand) und Evans Ehefrau Alice (Gretchen Mol) kann man erkennen, wie Wades Präsenz diejenigen beeinflusst, die sich in seiner Nähe befinden. Sein Charme lässt sich ebenso wenig bestreiten wie seine Schlechtigkeit.
Dennoch ist dies kein klassischer Gut gegen Böse Western. Natürlich gibt es Protagonisten und Antagonisten. Die einen sind entschlossen, Ben Wade in den besagten „Todeszug nach Yuma“ zu setzen, die anderen sind entschlossen ihn aufzuhalten. Mangold meidet aber die Verlockung, die Charaktere entweder als nur gut oder nur böse darzustellen. Viele werden sich mit dem Realismus am Ende des Films leidenschaftlich auseinandersetzen wollen. Außer Zweifel steht jedoch, dass „Todeszug nach Yuma“ den Status des Wildwestfilms in unserem Jahrzehnt wieder belebt und Crowes Reputation als Hauptdarsteller weiter aufwerten wird.
Russell Crowe: Ben Wade
Christian Bale: Dan Evans
Ben Foster: Charlie Prince
Logan Lerman: William Evans
Peter Fonda: Byron McElroy
Dallas Roberts: Grayson Butterfield
Vinessa Shaw: Emmy Nelson
Alan Tudyk: Doc Potter
Luce Rains: Marshal Weathers
Gretchen Mol: Alice Evans
Lennie Loftin: Glen Hollander
Rio Alexander: Campos
Johnny Whitworth: Tommy Darden
Shawn Howell: Jackson
Pat Ricotti: Jorgensen
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One Day Like Rain (USA 2007)
Regisseur: Paul Todisco
 Samantha Figura
„One Day Like Rain“, ein mystischer Film über das Erwachsenwerden, der im vorstädtischen Kalifornien spielt,
ist ein seltsamer, aber fesselnder Mix aus jugendlicher Lebensangst und New Age Science Fiction. Teenager Gina glaubt
einen Weg gefunden zu haben die Menschheit zu retten und beschäftigt sich mit der Durchführung merkwürdiger
Chemiekasten- und Kristallexperimente, während sie sich so immer weiter von ihren Freunden und deren Welt aus
Swimmingpools, Einkaufszentren und Partys entfernt. Ihre beste Freundin Jennifer macht sich zuerst Sorgen,
lässt sich dann aber von Gina überzeugen und wird somit zum Katalysator für die letzte Etappe des Dramas.
Ebenfalls involviert ins Geschehen ist eine mysteriöse Gruppe von Campern, die offensichtlich mehr weiß,
als zuerst angenommen und die möglicherweise hinter all den Vorkommnissen steckt, möglicherweise aber
auch nicht. Das Ende des Films, so ausdrucksstark wie mehrdeutig, lässt dem Zuschauer Raum zu entscheiden,
was wirklich passiert ist.
Es gibt einige merkwürdige Momente und die Übergänge zwischen Ginas Alltagswirklichkeit und ihrer neuen
Mission sind nicht immer ganz einfach, aber alles in allem ist es ein beeindruckender Film, der beim mehrmaligen
Ansehen gewinnt. Die Kameraführung ist präzise und schön und erfährt mit dem Soundtracktitel von Lavender Diamonds
„You Broke My Heart“ in der Mitte des Films eine ideale Ergänzung. Die starken Leistungen beider Hauptdarstellerinnen,
besonders die Marina Resas in der Rolle der Jennifer, helfen dem Film ebenfalls über einige Unebenheiten hinweg.
Samantha Figura: Gina
Marina Resa: Jennifer
Jesse Eisenberg: Mark
Trevor Zacharias: Stefan
Dylan Kussman: Mick
Marisa Petroro: Tatiana
Dalton Leeb: Jeremy
William Benz: Ian
Steven Sprung: Pete
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Norman Waiting (USA 2007)
Regisseur: Travis Swartz
 Travis Swartz und Vanessa Hopkins
Herzig romantische Komödie über einen Mann, der Zweifel hegt an dem Heiratsantrag, den er gerade erst gestellt
hat. Regisseur Travis Swartz übernimmt die Hauptrolle. Spielt größtenteils in einem Restaurant, wo er sich allen
in seiner Nähe Befindenden anvertraut, während er vergeblich nach einem Zeichen fahndet,dass seine Freundin Kristie
"die eine" ist.
Ungewöhnlicherweise für dieses Genre, ist der Mann mehr von einem Romantiker als die Frau, und allein deshalb
schon ist der Film eine Empfehlung wert. Die Dialoge sind teilweise witzig und Dan Peterson als Vater der Braut
bringt einige eindeutige Zweideutigkeiten ins Spiel, die entspannend wirken. Eine gute Leistung.
Travis Swartz: Norman Taylor
Vanessa Hopkins: Kristie White
Dana Perry: Jennifer, Die Kellnerin
Dan Peterson: Steve, Kristies Vater
Travis Ward: Musiker
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Ich weiß, wer mich getötet hat (USA 2007)
Regisseur: Chris Sivertson
Originaltitel: I Know Who Killed Me
Als Kunstform kann der Horrorfilm oder der Thriller auf zweierlei Arten besonders gut gelingen: Entweder,
man hat ein gutes Drehbuch, eine gute Handlung und tolle Schauspieler, die einen Klassiker entstehen lassen, oder,
wenn eine dieser Komponenten fehlt, macht man einfach ein Parodie auf einen Horroklassiker und lacht zusammen mit
dem Publikum darüber. Entscheidet man sich für letzteres, kann man sich jedes existierenden Klischees bedienen und
fährt auch noch gut damit, da man das Genre ja persifliert.
Dennoch ist Chris Sivertons Film irgendwo dazwischen anzusiedeln. Trotzdem er fast alle gängigen,
genretypischen Szenen einbaut, von denen nicht wenige den weiteren Handlungsverlauf vorwegzunehmen drohen,
gewinnt der Zuschauer dennoch niemals den Eindruck, er würde sich nicht doch hundertprozentig ernst nehmen. Es
mag vielleicht gerade Mode sein, Lindsay Lohans schauspielerische Fähigkeiten anzuzweifeln, dennoch gibt sie eine
passable Vorstellung wie auch der Rest der Besetzung. Die Angst von Daniel Fleming (Neal McDonough), der Vater der
entführten Aubrey, wird von ihm speziell in den ersten Szenen, als er von der Entführung seiner Tochter erfährt,
hervorragend dargestellt. Andere Mitwirkende bemühen sich redlich, ihre Rollen nicht zu übertreiben – und das
überaus erfolgreich. Besonders hervorzuheben sind hier Spencer Garrett und Garcelle Beauvais als die beiden Detektive
Phil Lazarus und Julie Bascome.
Lohan spielt gleich zwei Charaktere auf einmal, die engelgleiche Aubrey und deren Alter Ego, die
verführerische Stripperin Dakota Moss, die versucht die Familie davon zu überzeugen, dass sie nicht Aubrey ist,
während sie dabei auf einem Bein herumhüpft sowie eine künstliche Hand gebraucht. Der Leser sei gewarnt, dass dies
stellenweise so makaber wie anschaulich sein kann, und dass ihm der Anblick abgetrennter Gliedmassen nicht erspart wird.
Die grosse Anzahl der Mängel und Ungereimtheiten in der Handlung werden passioniertere Kinogänger irritieren,
und das eine oder andere Mal wird man in Versuchung sein, “Himmelherrgot, jetzt ruf zuerst die Polizei an, bevor du da
alleine reingehst!” gen Leinwand zu brüllen. Wie dem auch sei, Lohan wird hierauf sicherlich bessere Angebote erhalten,
und das Projekt kann alles in allem wirklich nicht als Fehlschlag bezeichnet werden.
Lindsay Lohan: Aubrey Fleming / Dakota Moss
Julia Ormond: Susan Fleming
Neal McDonough: Daniel Fleming
Brian Geraghty: Jerrod Pointer
Garcelle Beauvais: Agent Julie Bascome (als Garcelle Beauvais-Nilon)
Spencer Garrett: Agent Phil Lazarus
Gregory Itzin: Dr. Greg Jameson
Bonnie Aarons: Fat Teena
Kenya Moore: Jazmin
Thomas Tofel: Douglas Norquist
Rodney Rowland: Kenny Scaife
David Figlioli: Lanny Rierden
Jessica Rose: Marcia (als Jessica Lee Rose)
Megan Henning: Anya
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 Danny Williams
Esther Robinsons Dokumentarfilm über ihren Onkel Danny Williams wird all jene faszinieren, die entweder an
der Clique um Andy Warhol interessiert sind oder einfach nur an der Ära, in der sie lebten. Danny verschwand
1966 im Alter von 27 Jahren. Er war Warhols Filmproduzent und Geliebter.
Diejenigen, die interviewt wurden, werden besonders gewürdigt für ihre Ehrlichkeit, vor allem Filmproduzent
Paul Morrissey, der eindeutig nicht so gut mit Williams auskam. Die emotionale Oberflächlichkeit aller ihrer
zwischenmenschlichen Beziehungen wird von Robinson nicht verdeckt, und die Offenheit John Cales schließt sich
dem an, wenn er den Ausdruck ‚unvollendete Personen' prägt.
Keiner von ihnen tendiert dazu Warhol zu glorifizieren, was seine bedingungslosen Fans bedauern mögen, aber
gerade das macht den Film zu einem der besseren über seine Person.
Die Interviews mit den verbliebenen Warhol-Factory-Mitgliedern als intim zu beschreiben, würde sowohl ihnen
als auch Robinson einen schlechten Dienst erweisen.
Callie Angell
Brigid Berlin
John Cale
Nat Finkelstein
Gerard Malanga
Albert Maysles
Paul Morrissey
Billy Name (Archivmaterial)
Julia Robinson
Nadia Williams
Chuck Wein
Danny Fields
Ron Nameth
Jeff Scher
Harold Stevenson
David Williams
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 Jack van Hartesvelt
Diese zu Herzen gehende Dokumentation über New Orleans nach der Hurrikan Katrina-Katastrophe dreht sich um
die Schicksale mehrerer Einzelpersonen in der Zeit nach der Tragödie sowie die Untätigkeit der Regierung.
Pfarrer Joe Benson kommt ursprünglich aus Belfast und ist, was Ausnahmezustände betrifft, Kummer gewohnt.
Seine Erfahrungen in der jahrelang von Tod und Elend geprägten nordirischen Hauptstadt haben ihm geholfen,
den Mitgliedern seiner Pfarrgemeinde in ihrer Trauer und in ihrem Schmerz beizustehen. Das Gebäude der
Blessed Seelos Kirche befindet sich inmitten der vom Hurrikan am schlimmsten beschädigten Gebiete und
ist Zufluchtsort für die tauben Katholiken der Stadt sowie viele Latein- und Afroamerikaner. Arthine
Vicks ist eines der Gemeindemitglieder von Blessed Seelos. Ihre Menschlichkeit und Güte wärmen den
Zuschauer auch angesichts der Kälte der allgegenwärtigen Bilder der Zerstörung. Es gibt auch eine
Verbindung zu Seattle im Film, als eine Gruppe Freiwilliger, unter Leitung von Jack van Hartesvelt,
aus Seattle anreist, um beim Wiederaufbau der Kirche zu helfen.
Die Regisseure Hedreen and Thompson, beide aus Seattle, sind ein verheiratetes Mann-Frau-Gespann. In
„Die Kirche in der Dauphine Straße" gelingt es ihnen trotz der traurigen Brisanz des Themas, das Versagen
der US-Regierung, den Menschen New Orleans zu helfen, nicht zu stark in den Vordergrund zu stellen. Dennoch
geben sie Opfern wie zum Beispiel dem Klempner Dana Colombo die Gelegenheit, ihrem Ärger Luft zu machen.
Colombo tut dies mit einer Würde, die angesichts der Umstände ihresgleichen sucht, die aber andererseits
nicht über die Verzweiflung, seine Familie nicht genug beschützen zu können, hinwegtäuschen kann.
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Susan for Now (USA 2007)
Regisseurin: Robin Franzi
Robin Franzis Dokumentarfilm über Seattles BDSM (Sadomasochismus) Gemeinschaft mag einige Leute schockieren –
allerdings nicht, weil die Leute, die sie interviewt, wild und außer Kontrolle sind, sondern weil sie sich relativ
ausgeglichen verhalten und über sich selbst genau Bescheid wissen. Ihre eigene Reise in die Szene und deren Erforschung
begann nach ihrer Scheidung, der Frustration über die Partnersuche im mittleren Alter und der Sehnsucht, nach einer
langen Zeit der Ehelosigkeit, in Seattles Sexszene zu recherchieren. Eins führte zum anderen und sie schließlich zu
dieser ehemals ausgegrenzten, aber nun stetig wachsenden und populären Gemeinschaft.
Franzi besitzt die Fähigkeit, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Interviewten sich wohl fühlen, und obwohl
viele behaupten, diese Seite ihres Lebens von der Familie und den Arbeitskollegen fernzuhalten, sind sie doch zumeist
froh darüber, vor der Kamera unmaskiert aufzutreten. Ein paar Fesselspiel-Szenen sind im Film, aber nichts ist zu
anstößig. Am schwersten anzusehen sind nicht die Peitschen, sondern ein recht enthusiastischer Piercer, der seine
Nadeln bei einem willigen Opfer ansetzt. Darüber hinaus entschärft der Beitrag eines juristisch geschulten Teilnehmers
die Brisanz noch weiter, und Allene, Direktorin des Seattle Sex Positive Centers, lässt jegliche Aktivitäten geradezu
sauber erscheinen. Freilich habe ich schon Dokumentationen über viel schlimmere Personen gesehen, und ob BDSM nun etwas
für dich ist oder nicht, kann man nicht umhin, die Leichtigkeit zu bewundern, die die meisten der Interviewten im Umgang
mit ihrer Sexualität an den Tag legen.
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